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LTA ist Partner bei luftgestützter Thermografie

von Peter Hilgenberg | News

Das Projektlabor für Werkstoffe im Flugbetrieb an der Hochschule Hannover hat sich entschlossen, mit uns gemeinsam erste Tests an Verkehrsflugzeugen durchzuführen. Dabei muss eine Thermografiekamera bis dicht an die zu untersuchende Fläche des Flugzeugs herangeführt werden.

Im Flugzeugbau werden heute bei großen Bauteilen oft Verbundwerkstoffe eingesetzt. So bestehen z.B. Ruderflächen moderner Verkehrsflugzeuge aus einer CFK*-Honeycomb-Sandwichstruktur. Bei diesen kommt es durch die Belastung der Teile im Flugbetrieb mit der Zeit immer wieder zu kleinsten Wassereinschlüssen, die dann wiederum in großen Höhen gefrieren und sog. Delaminationen, also Ablösungen der oberen Schichten, verursachen können. Schäden, die bei der Wartung der Flugzeuge frühestmöglich erkannt werden müssen.

Das Projektlabor für Werkstoffe im Flugbetrieb an der Hochschule Hannover arbeitet an Verfahren, die mittels Thermographie Wassereinschlüsse in solchen Bauteilen detektieren können.  Die Thermografie als bildgebendes und berührungsfreies Prüfverfahren bietet sich für ein Screening an, ein systematisches und schnelles Überprüfen, bevor sich ein Mitarbeiter mittels eines Gerüstes verdächtige Stellen ansehen muss.

Zunächst kommen heutzutage Drohnen als Träger der Thermografiekamera in Betracht. Diese können das sicherlich gut, haben jedoch einen Nachteil. Sollten sie mit dem untersuchten Bauteil des Flugzeugs kollidieren, könnte das enorme Schäden verursachen. Deshalb werden durch das Projektlabor mit solchen Multicoptern mindestens 4 m Abstand zum Flugzeug eingehalten. Eine normgerechte thermografische Untersuchung sollte aber in einem Abstand von nur 1 m durchgeführt werden, um zuverlässige Ergebnisse zu liefern.

Hier kommt die LTA ins Spiel. Unsere Ballone oder auch die LTA-Drohne haben durch ihre „Weichheit“ und die Eigenschaft, dass sie nicht einfach herunterfallen, wenn der Antrieb nicht funktioniert per se ein deutlich geringeres Risiko. Deshalb dürfen Sie auch auf den genannten Meter an das Untersuchungsobjekt heran.

Das Projektlabor für Werkstoffe im Flugbetrieb an der Hochschule Hannover hat sich daher entschlossen mit uns gemeinsam erste Tests an den Verkehrsflugzeugen der TUIfly, die dieses Projekt ebenfalls unterstützt, durchzuführen.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

* Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, auch carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) oder englisch carbon-fiber-reinforced polymer (CFRP)

LTA-Drohne
TUIFly, Heck einer 737
Bild: Andrei Dimofte
Thermogramm des Seitenleitwerks einer Boeing 737
Thermogramm des Seitenleitwerks einer Boeing 737